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Neu im Programm: »Der Zorn der Wälder«

26.01.2017 – Der Zorn der Wälder von Alexander Eisenach wird am 10. Februar am Theater Bonn uraufgeführt (Regie: Marco Štorman)
 
Irgendwo in Amerika, zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Die Schlote der Fabriken rauchen 24 Stunden am Tag, die Arbeiter verelenden im Schichtdienst, während die Fabrikbesitzer immer reicher werden. Eine Ahnung von Bürgerkrieg liegt in der Luft. In seinem schäbigen Büro wartet der Privatdetektiv Gordon Pritchet auf Kundschaft – und empfängt eine junge Frau, Emma Carsons, die ihn mit der Suche nach ihrem Mann Henry beauftragt.
 
Rasch stellt Pritchet fest, dass Henry freiwillig verschwunden ist. Angewidert von den Zumutungen einer sich zunehmend beschleunigenden Welt, hat er sich in die Abgeschiedenheit der Wälder zurückgezogen, um dort eine radikale Utopie des Ursprünglichen zu verwirklichen. Doch dort bleibt er nicht lang allein. Von Pritchets Ermittlungen aufgescheucht, finden sich Henrys Geliebte Charlotte und sein Angestellter Hawkins bei ihm ein. Allerdings nicht, um seine Einsamkeit zu teilen. Im Gegenteil: Statt Rückzug aus der Gesellschaft propagieren Charlotte und Hawkins die Revolution, wenn auch aus höchst unterschiedlichen Gründen. Als Pritchet die drei in ihrem Versteck aufspürt, ahnt er nicht, dass er in eine Falle läuft – zumal auch Emma nicht zu trauen ist.
 
Auf der Folie des klassischen film noir entspinnt sich in Alexander Eisenachs neuem Stück eine Geschichte die, angesiedelt zwischen Thoreaus Walden und den hardboiled-Krimis Raymond Chandlers, das Verschwinden des Menschen selbst zum Thema hat, dessen Individualität sowohl in der Verwertungslogik des Kapitalismus als auch in der Gewalttätigkeit gesellschaftlicher Utopien unter die Räder kommt.
 
Zuletzt wurde im November 2016 Alexander Eisenachs Stück Der kalte Hauch des Geldes in der Regie des Autors am Schauspiel Frankfurt uraufgeführt.
 
»Der kalte Hauch des Geldes, das ist eine wunderbar überdrehte Mixtur aus Kapitalismuskritik und Volkswirtschaftslehre, aus Utopiesuche, Westernromantik und Slapstick. Mit seinem detailverliebten Spiel mit dem Wildwest-Mythos ist Alexander Eisenach ein Stück gelungen, das eigen, komisch und unterhaltsam ist.« (nachtkritik)
 
»Eisenach fragt nicht weniger als a) nach dem Zustand der Welt und b) wie die Macht des Kapitals zu brechen sei. Die Übertragung der Finanzthematik auf den Western funktioniert bestens.« (Theater heute)
 
»Ein unterhaltsames Schauspiel, bei dem Slapstick und gesellschaftskritische Theorien eine wunderbare Synthese bilden und belegen, wie aktuell Theater sein kann. Chapeau Mr. Eisenach!« (Kulturfreak.de)
 
»Eine fulminante Farce voller Tempo, Witz und kluger Sätze.« (Fuldaer Zeitung)