07​/11

Uraufgeführt: »Planet Magnon« von Leif Randt

07.11.2016 – Wir schreiben das Jahr 48 n. AS. Seit fast 50 Jahren regiert das Computerprogramm Actual Sanity eine Gemeinschaft von sechs bewohnbaren Planeten; alle Entscheidungen werden aufgrund perfekter Statistik zum Wohle aller getroffen. Frieden, Fairness und Wohlstand sind die Konsequenz. Statt sich in Nationen oder Ethnien zu gruppieren, haben sich die Menschen zu Kollektiven zusammengeschlossen, die auf unterschiedliche Weise an der Vervollkommnung ihrer Mitglieder arbeiten. Doch dem postdemokratischen Paradies droht Gefahr: Die Mitglieder des Kollektivs der gebrochenen Herzen (Hank) wollen dem Leiden wieder zu seinem Recht verhelfen. Seltsame Anschläge erschüttern die Planetengemeinschaft, und offenbar findet das Untergrundkollektiv immer mehr Zulauf ...
 
Seinen von der Kritik gefeierten Roman hat Leif Randt selbst für die Bühne bearbeitet. Die Uraufführung war am 24. September am Düsseldorfer Schauspielhaus (Regie: Alexander Eisenach)
 
Planet Magnon »steckt voller Anspielungen aus Science-Fiction-Filme, deren Pathos und Überwältigungsernst er durch die Lakonie seines Erzählens bricht. Auch das Theater kann mit diesem Bildvorrat in den Köpfen seiner Zuschauer spielen. Und es besitzt das Abstraktionsvermögen, um den Blick auf existenzielle Fragen des Romans freizugeben. Etwa darauf, ob der Mensch Mensch bleibt, wenn er sich den Regeln eines Computers für ein schmerzfreies Leben unterwirft.« (Rheinische Post)

»Randt beschreibt einen gesellschaftlichen Zustand, in dem Affirmation und Kritik ununterscheidbar sind … Randts Bühnenfassung weicht erheblich von seiner Vorlage ab: Der Roman endet unentschieden … Die Theaterfassung verdeutlicht aber die Synthese. Der Konflikt zwischen Dolphins und Hanks wird als von der AS gesteuert erkannt … Die AS hat eine neue Meta-Strategie der Immunisierung ihres Systems der Gouvernementalität gefunden.« (Nachtkritik.de)

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