3.31.93.

Deutsch von Maja Zade
Besetzung variabel

Ein Echo von Lars Noréns großen Gesell­schafts­pano­ra­men der 1990er, Klinik, Eine Art Hades und Personenkreis 3.1 hallt durch 3.31.93. Doch waren es damals die Ausgestoßenen, die Obdachlosen, die Kranken, die ihre Stimmen erhoben, eint die Figuren in Noréns jüngstem Stück kein sozialer Nenner, keine Diagnose. Ihre Verluste und ihr Schmerz sind privat und dennoch allgemeingültig: 25 Menschen aus allen Gesellschaftsschichten, die versuchen, mit ihrem Leben zurande zu kommen, und die oft genug daran scheitern. Da ist das junge Paar, das sein Kind gleich nach der Geburt verloren hat. Die Frau, die ihren gelähmten Mann pflegt und eine kurze, schmerz- und schamerfüllte Beziehung zu dessen Vater eingeht. Das ältere Paar, das seinen erwachsenen Sohn wieder bei sich aufnimmt. Der Mann, der auf den Zug wartet, vor den er sich werfen will. Die Frau, deren Mann von der Arbeit nicht nach Hause kommt … 25 Menschen, deren Verbindungen zueinander sich nach und nach erschließen, zusammengehalten in einer prekären Balance der Sehnsucht und der Hoffnung. Mit 3.31.93., dessen Uraufführung in Stockholm von der Kritik gefeiert wurde, ist Lars Norén ein großer Wurf gelungen, ein so trauriges wie zärtliches Oratorium der Vergeblichkeit und des Mutes.

«Inspiriert von seinem Idol Beckett, pflegt Norén auch eine Wahlverwandtschaft mit den Stücken Jon Fosses, in dem Wunsch, in der Reduktion eine karge, fast autistische Verletzlichkeit zu finden, die durch die Sprache weht … Noréns Dystopie erfordert die Bereitschaft, alle menschlichen Handlungsweisen und Fluchtversuche, alle Voraussetzungen für unser Handeln auf den Prüfstand zu stellen … Sein neues Stück ist eine klare, poetische und manchmal absurde Analyse der Condition humaine. Eine vollkommene Tragödie, aber zugleich der Versuch, in der Sprache unserer Unzulänglichkeiten Hoffnung zu finden.» (Svenska Dagbladet)

Lars Norén

Lars Norén

Lars Norén (*1944 in Stockholm) begann bereits als Jugendlicher zu schreiben. 1963 erschien sein erster Gedichtband, bis 1980 von weiteren gefolgt, außerdem drei Romanen, von denen Die Bienenväter 1973 auch auf Deutsch erschien. 1968 sendete das...

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U: 23.08.2013 Stockholm Stadsteatern (R: Sofia Jupither)

DSE: 12.11.2015 Schauspiel Köln (Regie: Moritz Sostmann)