Alle lieben George

(Life of Riley)
Deutsch von Inge Greiffenhagen
3D / 3H

Früher war George Riley der Schwarm sämtlicher Mädchen – die dann allerdings solidere Jungs geheiratet haben. Zwei, drei Jahrzehnte später ist der ewige Hippie George immer noch attraktiv, Single und für Kathryn, Monica und Tamsin, die alle mal mit ihm liiert waren, zum heimlichen Sinnbild ihrer unerfüllten Sehnsüchte geworden. Als bekannt wird, dass George unheilbar krank ist und voraussichtlich bald sterben wird, beginnt ein Wettkampf der drei Frauen, wer ihn auf seinem letzten Weg begleiten darf – sehr zum Entsetzen ihrer Ehemänner.
Zum ersten Mal hat Alan Ayckbourn ein Stück geschrieben, in dem die Hauptperson, die das Geschehen dominiert und ihre Umwelt in ein komplettes Chaos stürzt, nie auftritt. George Riley wird (auch für den Zuschauer) zur Projektionsfläche längst begrabener Hoffnungen und Träume, die plötzlich, wenn auch aus makaberem Anlass, fröhlich Wiederauferstehung feiern. In vier unterschiedlich gepflegten Gärten durch­leben drei klassische Mittelschichtspaare noch einmal die Gefühlsverwirrung ihrer Jugend – nur eben als Erwachsene und in Gestalt einer Tragikomödie voll schwarzen Humors. Dabei knüpft Ayck­bourn selbst nicht von ungefähr an sein eigenes «Jugendstück», seinen ersten großen Erfolg Halbe Wahrheiten an: Es ist das Stück, das seine Figuren als Mitglieder einer Amateurtheatergruppe nebenher proben und in dem sich die Gegenwart so heiter wie melancholisch spiegelt.

Alan Ayckbourn

Alan Ayckbourn

Sir Alan Ayckbourn (*1939 in London) war ursprünglich Schauspieler, bevor er zu "Großbritanniens populärstem Gegenwartsdramatiker" (The Economist) wurde. Für seine inzwischen rund 80 Stücke ist er mehrfach ausgezeichnet worden, darunter bisher allein...

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U: 21.09.2010 Stephen Joseph Theatre, Scarborough (Regie: Alan Ayckbourn)


DSE: März 2012 Theater St. Gallen (Regie: Tim Kramer)