Besuch

(Besøk)
Deutsch von Hinrich Schmidt-Henkel
2D / 2H

Siv ist 19 und wohnt bei ihrer Mutter. Die Schule hat sie abgebrochen, um eine Arbeitsstelle kümmert sie sich nicht, ihr Lieblingssatz ist ein verstocktes „Weiß nicht.“ Meist sitzt sie im Bademantel herum, verschanzt sich in ihrem Zimmer, hört Musik oder schläft den halben Tag. Wenn Mutters neuer Freund zu Besuch kommt, geht sie hinaus, spazieren. Alle machen sich Sorgen um Siv, auch ihr Bruder, der inzwischen von zu Hause ausgezogen ist und mit dem sie früher oft ins Kino ging. Ihm erzählt sie schließlich, dass Mutters Freund sie sexuell belästigt habe. Es kommt zum Showdown zwischen den zwei Männern, der aber die Vermeidungsstrategien der Figuren, sich einer Aussprache zu stellen, nur verstärkt.
„Wenn es auf der heutigen Bühne einen Fortschritt in der konkreten Darstellung der Leere gäbe, die das Denken der Ambivalenz ermöglicht, dann ist er vermutlich in dieser Dramatik zu finden ... Fosse ist ein Equilibrist der Aussparung wie Bernhard, er verteilt die nichtssagenden Informationen auf moralische Weise symmetrisch über den leeren Raum. Das begründet vielleicht seine besondere Form des Absurden.“ (Karl Baratta im Jahrbuch 2006 von Theater heute)

Jon Fosse

Jon Fosse

Jon Fosse geboren 1959 in der norwegischen Küstenstadt Haugesund, aufgewachsen am Hardanger-Fjord, lebt seit Ende der siebziger Jahre in Bergen. Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft, Dozent an der Akademie für kreatives Schreiben in...

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U: 25.05.2000 Den Nationale Scene, Bergen (R: Kai Johnsen)

DSE: 15.10.2006 Theater Basel (R: Elias Perrig)