Das blinde Geschehen

Besetzung variabel

Das Theater ist verlassen, die Bühne dunkel und leer. Das blinde Geschehen übernimmt: das Reich der ungeträumten und vergessenen Gestalten, des Unbewussten und Phantastischen, der ungelösten Reste des Realen. Schatten, Avatare und Phantome treten aus dem Off ins Licht. John Porto, Computerprogrammierer und ein Prospero des Cyberspace, glaubt ihr virtuelles Spiel zu steuern. Doch die herbeigerufenen Geister entwickeln schnell ein Eigen­leben. Vor allem Freya Genetrix, die als «Anwesenheitsantiquität» Raum und Zeit durchstreift, wird zu Portos leibhaftigem Widerspruch in einem Game, dessen Level ständig wechseln.

«Eine Hommage ans Thea­ter als Überlebensform … Das blinde Geschehen ist wie schon Strauß’ vorletztes Stück Nach der Liebe beginnt ihre Geschichte die dramatische Feier eines Paarglücks. Nur dass im Blinden Geschehen nach der Geschichte (des Theaters) die Liebe erst beginnt. Darin wird das Phantastische, Unglaubliche und Märchenhafte nun nicht scheinbar wahr, dann wäre es Kitsch, sondern zur träumerischen Hoffnung … Es ist ein großes, schwereloses Stück. Keine kulturkritische Wut gegen die Zeitgeistwelt, sondern deren geisterhafte Überwindung in sardonischer Heiterkeit … Eine barocke Liebesgeschichte in gesellschaftsloser Welt. Auf der Traumhinterbühne der Realität, in der allein die Luftgeisterscheinungen in einem zerstörten, aber wunderbar belebten Theater die Gegengesellschaft bilden.» (Frankfurter Allgemeine Zeitung) «Botho Strauß hat mit Das blinde Geschehen sein schönstes Stück seit langem geschrieben … Er schleust den Virus der Poesie in unser programmiertes, durchformatiertes Leben ein, verwebt seine bekannten Motive zu einem kaleidoskopartigen Szenenreigen … Spielerisch lockt Strauß den Zuschauer in ein zauberisches Zwischenreich, in dem die Gegenwart ins Archetypische verflimmert … Er lässt die Zeit zurücklaufen, um die Heiterkeit zurückzuerobern, mit der alles begann: das Spiel zwischen Mann und Frau ebenso wie das Spiel des Theaters.» (Süddeutsche Zeitung)

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Botho Strauß

Botho Strauß

geboren 1944 in Naumburg/Saale. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Remscheid und Bad Ems studierte er fünf Semester Germanistik, Theatergeschichte und Soziologie in Köln und München. 1963 erschien mit Schützenehre in der Anthologie „Prosa Alphabet...

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U: 11.03.2011 Burgtheater Wien (Regie: Matthias Hartmann)