Der nackte Felsen

Sieht die Welt nicht ganz anders aus, wenn man vom Berg auf sie herabblickt? Die scheinbar festgefügten Zusammenhänge aus der Distanz zu betrachten und als veränderlich zu erkennen, diese Sehnsucht hat vier Glückssucher dazu bewogen, eine geführte Bergwanderung zu buchen. Alle vier schleppen ihre Ängste, Verzweiflungen, ihren Ballast mit ins Gebirge. Ihre Erwartungen werden jedoch zunächst enttäuscht. Der Bergführer Wolf würde am liebsten gar nicht reden, und die eigentliche Leiterin der Exkursion, die einstige Gipfelstürmerin Marie, kämpft seit einem tragischen Kletterunglück mit eigenen Traumata und scheint für ihre Schützlinge nur wenig Interesse aufzubringen. Oder lassen Marie und Wolf die Teilnehmer bewusst im Unklaren über Ziel und Zweck der Wanderung? Die gruppendynamischen Prozesse und die Extremsituationen, die sich im Verlauf der Tour ergeben, verfehlen jedenfalls nicht ihre Wirkung – die Figuren müssen sich immer wieder der Frage stellen, wie sie leben wollen.
Thomas Arzt gelingt tatsächlich, was sich seine Protagonisten erträumen: Er wirft einen Blick auf individuelle Probleme und gesellschaftliche Krisen, beleuchtet ihre Zusammenhänge und stellt die Frage nach ihrer Veränderbarkeit. «Von verpfuschten Leben weiß der Autor erschreckend viel und detailliert zu berichten. In lakonisch knappen Szenen mit oft klugem Wortwitz lernen die Zuschauer die Protagonisten kennen – ihre Dämonen, ihre Träume. Arzt orientiert sich dicht am Puls seiner Generation. » (WAZ)

Thomas Arzt

Thomas Arzt

Geboren 1983 in Schlierbach, Oberösterreich. War Gasthörer an der Filmhochschule München und studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft sowie Germanistik, Philosophie und Psychologie an der Universität Wien. 2008 entstand sein erstes Theaterst...

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U: 12.06.2016 Ruhrfestspiele Recklinghausen (Regie: Harald Demmer)