Die Götter weinen

(The Gods Weep)
Deutsch von John Birke
5D / 9H, Doppelbesetzungen möglich

Eine Wirtschaftskrise bombt die Menschheit zurück in die Steinzeit: Mit Shakespearescher Wucht schildert Dennis Kelly, auf welch fragilem Fundament unsere hochtechnologisierte, profitorientierte Gegenwart ruht. Der Firmenpatriarch Colm will sich aus dem aktiven Geschäftsleben zurückziehen und teilt seinen global agierenden Konzern unter seinen Nachfolgern auf, den CEOs Richard und Catherine. Sofort kommt es zu erbitterten Machtkämpfen, anfangs noch im Business-Anzug geführt, die sich bald flächenbrandartig zu einem brutalen Bürgerkrieg ausweiten. Wie Säure fressen sich rücksichtslose Gier und Ansprüche auf die Vorherrschaft durch den dünnen Firnis unserer aufgeklärten Epoche, bis alle Beteiligten buchstäblich wieder zu Jägern und Sammlern werden ...

Angesiedelt zwischen König Lear und Christopher Nolans Film Inception, macht Dennis Kelly „Trauer und Hass, die aus einer unbestimmten Vorzeit ins Heute ragen, zu lebendigen Verkörperungen einer Vergangenheit, die nicht vergehen will. Er lässt uns hineinlugen in einen im Mantel der Zivilisation entstandenen Riss, durch den sich ... scheinbar irrational Gewalt bricht und die Menschen selbst und ihr Leben irreversibel verändert. Alle Figuren in Die Götter weinen tragen traumatische Bilder von Schuld und Schrecken mit sich herum, die archaischen Ursprungs sind ... Heißt es im Lear noch, die Götter seien gerecht und straften die Menschen mit den Konsequenzen ihres eigenen Wesens, so erkennt Colm im Wahn, dass menschliche Kultur und Wissen in keiner beständigen Form über Zeit und Zerstörung hinweg gerettet werden können. Die Menschen sind nun nicht nur sich selbst, sondern auch den Göttern zur Strafe geworden.“ (Beate Heine im Jahrbuch 2010 von Theater heute)

Dennis Kelly

Dennis Kelly

Dennis Kelly, geboren 1968 in London, studierte Drama und Theater am Londoner Goldsmiths College. Sein Stück Schutt entstand 2002 im Rahmen des National Theatre Studio Programms für junge Autoren. Uraufgeführt wurde es im April 2003 in London; die...

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U: 17.03.2010 The Royal Shakespeare Company, London (Regie: Maria Aberg)

DSE: 15.09.2011 Theater Basel (Regie: Elias Perrig)