Distanz

(Distans)
Deutsch von Angelika Gundlach
2D / 2H

Eine Sommerfrische an der Küste, zwei Paare im gemeinsamen Urlaub. Vertrautes Norén-Terrain, könnte man meinen. Die Stimmung ist freundlich, aber etwas angespannt. In der Ehe von Kristoffer und Hanna kriselt es. Dauernd muss Hanna sich anhören, dass sie dick geworden ist, wie immer zuviel Kleidung mitgeschleppt hat – und das alles vor den Freunden. Doch Tomas und Eva Lena sind ebenfalls kein Musterbeispiel an Harmonie. Tomas und Kristoffer sind Kollegen bei der Stockholmer Polizei, kennen sich aber schon aus ihrer Zeit als Soldaten im Bosnien-Krieg. Ihre Dienstwaffen haben sie mit in die Ferien genommen – man weiß schließlich nie, was einem alles zustoßen kann, heutzutage.
Distanz lässt den Zuschauer gezielt im Ungewissen über das, was die Figuren antreibt und verbindet. Es gibt keine Beichten, keine Seelenschau, keine enthüllenden Konfrontationen. Doch immer wieder durchkreuzen bizarre Widersprüche Noréns Dialoge, blitzen im Stück kurze Momente nackter Gewalt auf, Überbelichtungen gleich, die eine Ahnung geben von der hässlichen Wirklichkeit hinter der netten Fassade.

Lars Norén

Lars Norén

Lars Norén (*1944 in Stockholm) begann bereits als Jugendlicher zu schreiben. 1963 erschien sein erster Gedichtband, bis 1980 von weiteren gefolgt, außerdem drei Romanen, von denen Die Bienenväter 1973 auch auf Deutsch erschien. 1968 sendete das...

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U: 24.10.2005 Schaubühne am Lehniner Platz (Regie: Enrico Stolzenburg)