Herr mit Sonnenbrille

2D / 2H, 1 weitere/r Darsteller/in

Ein Dorf in den Bergen. Die Landschaft: dramatisch bis pittoresk. Früher war hier die Stahlindustrie zu Hause, seit aber die Fabrik stillgelegt wurde, setzt das Dorf ganz auf Tourismus. Nur leider funktioniert das nicht mehr wie gedacht. Die Touristen kommen kurz und bleiben nicht, oder sie kommen gar nicht erst. Ab und zu stürzt sich ein Arbeitsloser von einem malerischen Felsen, und die Dorfjugend hat außer Sex auch keine sinnvolle Beschäftigung mehr. Dennoch ist man hier stolz auf sich. Der Ort, die Landschaft, die Gemeinschaft, nicht zu vergessen die Tradition: So etwas schafft Identität, die einem keiner nehmen kann. «Wenn du drin bist willst du immer mal raus klar aber raus wird allgemein überbewertet.» Ausbruchsversuche sind zwecklos – wohin sollte es auch gehen? Trotzdem versuchen Er und Sie den Aufstand gegen das immer gleiche Wir und kämpfen letztlich doch nur gegen sich selbst. Ein Kampf, den sie nur verlieren können: Sie bleiben und begegnen sich schließlich selbst, einem alten, desillusionierten Paar, für das die Zukunft bloß eine Erinnerung ist.

«Ein Heimatstück für Hartgesottene … Steinbuch erzählt von einem Paar, in jüngerer und älterer Version, und von ­einem weggelegten Kind. Doch sie erzählt viel mehr, bohrt den Finger tief in die Wunde österreichischer Befindlichkeit. Und das sogar mit (Galgen-)Humor. Sie berichtet von einem Land, an dem sich die Vergangenheit so festkrallt, dass die Zukunft nicht beginnen kann. Von Verdrängung als Lebensphilosophie. Von Alltagsfaschismus, -katholizismus, von Alltagsbrutalität.» (Kurier)

Gerhild Steinbuch

Gerhild Steinbuch

Gerhild Steinbuch, 1983 in Mödling (Österreich) geboren, studierte Szenisches Schreiben in Graz und Dramaturgie an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch", Berlin. Von 1994 bis 1998 war sie Mitglied der Jugendliteraturwerkstatt Graz und...

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U: 20.02.2010 Schauspielhaus Wien (Regie: Robert Borgmann)