R. Destillat

nach dem Film Rosetta von Jean-Pierre und Luc Dardenne
2D / 2H

Rosetta ist eine junge Frau, fast noch ein Mädchen. Zusammen mit ihrer alkoholkranken Mutter lebt sie in einem Wohnwagen vor der Stadt. Ihr Ziel: nicht werden wie die Mutter, nicht aufgeben, nicht untergehen. Ihre Strategie: arbeiten, egal was. Daneben hat nichts Platz. Nicht der schmerzende Rest Gefühl für die Mutter, der nur aufhält, weich macht und ohnehin nichts bringt. Nicht der Mann, der ihr Freund sein will, sie zum Essen und zum Tanzen einlädt und sie damit um ein Haar ihr Ziel aus den Augen verlieren lässt. Und schon gar nicht die Anteilnahme ihres Chefs, der ihr, weil er Denken für wichtiger hält als Hetzen, einen Kollegen zur Seite stellt und gar nicht ahnt, was er ihr damit antut. Verzweifelt und verbissen versucht Rosetta, sich aus dem Morast ihrer Herkunft zu befreien, ignoriert das wiederkehrende Aufbegehren ihres Körpers und wehrt alles ab, was das Stakkato ihres selbst auferlegten Rhythmus unterbrechen könnte. Und auch als all ihre Bemühungen schließlich scheitern, kann Rosetta nicht begreifen, dass ihre eigene Besessenheit der Grund dafür ist.

Gerhild Steinbuch

Gerhild Steinbuch

Gerhild Steinbuch, 1983 in Mödling (Österreich) geboren, studierte Szenisches Schreiben in Graz und Dramaturgie an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch", Berlin. Von 1994 bis 1998 war sie Mitglied der Jugendliteraturwerkstatt Graz und...

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U: 06.03.2008 im Rahmen des Freischwimmer Festivals in den Berliner Sophiensälen in Koproduktion mit dem Forum Freies Theater Düsseldorf, Kampnagel Hamburg, dem Theaterhaus Gessnerallee in Zürich und brut Wien (Regie: Julie Pfleiderer und Philipp Becker)