Schändung

Nach dem Titus Andronicus von Shakespeare
4D / 8H

Der Feldherr Titus Andronicus kehrt siegreich aus dem Krieg zurück und erkennt Rom kaum wieder. Was einst durch Klugheit, Form und Gesetz zusammenhielt, löst sich auf gefährliche Weise auf. Um die Ordnung wieder herzustellen, bringt Titus ein Menschenopfer und tötet einen seiner Gefangenen, Alarbus, Sohn der Gotenkönigin Tamora. Statt Frieden stiftet er damit jedoch endgültig Gewalt und Anarchie. Denn Tamora steigt zur Frau des römischen Kaisers auf und schwört Vergeltung. Sie lässt Lavinia, Titus' Tochter, von ihren anderen zwei Söhnen vergewaltigen und grausam verstümmeln. Während Lavinia einem ihrer Peiniger in sprachloser Lust verfällt, nimmt Titus seinerseits für ihre Schändung Rache.
„Das Teuflische an Schändung ist, dass alle so schrecklich normale Leute sind ... Ihr wahres Motiv ist wahrscheinlich nicht Rache, sondern ein tödlicher Überdruss, eine fürchterliche Langeweile ... Aus dieser Gesellschaft schält sich eine Fernsehtalkrunde, deren Mitglieder typgenau ihre Statements abgeben – Realsatire, wie man sie von Strauß gut kennt. Umso dramatischer ist der Schnitt, wenn die Handlung beginnt ... der Mensch endet, wie es jede Schändung vorsieht: als schmutzige Einwegware, weggeworfen am Wegesrand, achtlos entsorgt im Müllcontainer.“ (Süddeutsche Zeitung)

Botho Strauß

Botho Strauß

geboren 1944 in Naumburg/Saale. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Remscheid und Bad Ems studierte er fünf Semester Germanistik, Theatergeschichte und Soziologie in Köln und München. 1963 erschien mit Schützenehre in der Anthologie „Prosa Alphabet...

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U: 7.10.2005 Théâtre de l'Odéon, Paris (Regie: Luc Bondy)

DSE: 28.1.2006 Berliner Ensemble (Regie: Thomas Langhoff)