Italien - Brasilien 3:2

(Italia - Brasile 3 a 2)
Deutsch von Ulrike Syha
1H

Fußballweltmeisterschaft 1982. Für alle überraschend haben sich die Italiener in die Finalrunde geschleppt und sind plötzlich nur noch ein Spiel vom Halbfinale entfernt. Dafür müssen sie allerdings gegen Brasilien gewinnen, bei einem Unentschieden sind sie draußen. „Ganz Italien stand unter Hochspannung ... Und meine Eltern, die Lire für Lire eisern gespart hatten, tätigten eine Anschaffung – extra zu Ehren der Fußballweltmeisterschaft: Sie kauften einen neuen Fernseher.“ Um diesen ersten Farbfernseher Palermos versammeln sich am Abend des großen Spiels Familie, Freunde und Verwandte: Onkel Peppe, der bei jedem Spiel dieselbe Kleidung trägt; Bruno, der, am Türstock lehnend, eine Zigarette nach der anderen raucht, genau, wie er es tat, als das erste italienische Tor dieser WM fiel. Und der Erzähler selbst, 1982 acht Jahre alt.
Nicht vom Endspiel, nicht vom nationalen Taumel, Weltmeister zu sein, erzählt Davide Enia in seinem Monolog. Sondern von dem Moment, als in einem Wohnzimmer im Sizilien der frühen 80er Jahre plötzlich alles möglich schien. Und von dem Wunder, das Fußball manchmal sein kann.

Davide Enia

Davide Enia

Davide Enia (*1974 in Palermo) studierte nach dem Abitur Literaturwissenschaft. Seine Texte Italien – Brasilien 3:2 (2002) und maggio ’43 (Mai ’43, 2003) spielt er selbst. Ein weiteres Stück, Scanna, für das er 2003 den Tondelli-Preis für Dramatik ...

alle Stücke von Davide Enia

Textbuch anfordern

Bitte melden Sie sich an. Wenn Sie noch keine Zugangsberechtigung haben, können Sie sich hier registrieren.

U: 21.5.2002 Stadio S.Siro-Giuseppe Meazza, Mailand (Regie: Davide Enia)