Kauf-Land

2D / 1H

Ein Kaufhaus ist weit mehr als ein totes Gebäude. Es lebt von der Treue seiner Verkäufer, von dem Kundenstrom, der durch seine Abteilungen fließt, es atmet den Geist von Angebot und Nachfrage und verkörpert den festen Glauben an Fortschritt, Wachstum und die Optimierung des Lebens durch die Warenwelt. Nur dumm, wenn das Kaufhaus offensichtlich dem Tode geweiht ist, wenn die Kundenströme versiegen und das Angebot verzweifelt auf Nachfrage wartet. Die Küchenabteilung (Barbara), die Lampenabteilung (Jutta) und ganz besonders die Bettenabteilung (Tibor) wollen den Untergang noch nicht wahrhaben, kämpfen treu um den höchstmöglichen Umsatz und geben sich flexibel, dynamisch, aufgeschlossen. Doch ihre Rituale des Verkaufens sind hohl geworden, und einer nach dem anderen muss einsehen, dass der Verwesungsgeruch, der aus den Wänden des alten Hauses dringt, nicht mehr zu leugnen ist. Am Schluss halten nur noch Tibor und seine Schaufensterpuppe auf gespenstische Weise die Stellung in einem toten Tempel des Konsums. Philipp Löhle hat ein unterhaltsames Stück geschrieben über die Hoffnung auf Verbesserung der Lebensumstände durch Leistungsbereitschaft und gleichzeitig über die Hoffnungslosigkeit des Einzelnen angesichts undurchschaubarer Marktentwicklungen.

Philipp Löhle

Philipp Löhle

Geboren 1978 in Ravensburg. Studium der Geschichte, Theater- und Medienwissenschaft und deutschen Literatur in Erlangen und Rom. Erste Theaterstücke entstanden noch während des Studiums. Außerdem journalistische und filmische Arbeiten (Kurzfilme, ...

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U: 14.04.2005, Theater Erlangen (Regie: Katrin Lindner)