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Neu im Programm: «Schwarzwasser» von Elfriede Jelinek

30.10.2019 – Eine spanische Insel, ein österreichischer Politiker, eine russische Oligarchennichte: eine toxische Kombination. Denn vor laufender, heimlich installierter Kamera verspricht der Mann der Frau die Herrschaft über die nationale Medien-Landschaft, um die eigene Macht zu stärken. Die heimische Natur verkauft er ihr in seinem dionysischen Rausch gleich mit: Flüsse und Seen könne man gewinnbringend privatisieren, Berge und Täler für den lukrativen Straßenbau nutzen. Als der Plan publik wird, zerreißt es den Politiker samt Regierung. Auch der junge Kanzler fällt, der nur kurz im Amt war, aber für viele unverändert als Heilsbringer gilt …

Die Namen der handelnden Personen in Schwarzwasser sind hinlänglich bekannt, spielen jedoch keine Rolle, denn wie stets geht es Elfriede Jelinek um Grundsätzliches. Virtuos verknüpft sie Tagesaktualität mit antiken Dramen – hier vor allem Euripides’ Die Bakchen – und zeigt, wie sich rechtspopulistische Positionen, einem Virus gleich, rasend schnell ausbreiten und sämtliche Lebensbereiche infizieren. Nachhaltig vergiften sie das Klima, gesellschaftlich wie ökologisch, bis die globale Katastrophe droht.

Am 08.02.2020 wird Schwarzwasser in der Regie von Robert Borgmann am Burgtheater (Akademietheater) Wien uraufgeführt.