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Neu im Programm: «Der Stock» von Mark Ravenhill

30.10.2019 – Das neue Stück Der Stock von Mark Ravenhill zielt «dicht, punktgenau und provozierend mitten ins Herz unserer aktuellen Debatte über Machtmissbrauch.» (The Guardian).

Vor Edwards Haus demonstrieren lautstark Schülerinnen und Schüler. Dabei galt Edward lange als ihr beliebtester Lehrer. Kurz vor seiner Pensionierung wurde jedoch bekannt, dass er vor Jahrzehnten, als das noch üblich war, ungehorsame Jungs mit Stockschlägen bestraft hat. Der allgemeine Aufschrei ist nun groß. Während Edwards Frau Maureen das Ganze als Lappalie abtun will und sich als Opfer einer Schmutzkampagne sieht, drängt seine Tochter Anna – die selbst in der Schulbehörde arbeitet, für progressive Lehrmethoden steht und kein sehr inniges Verhältnis zu ihren Eltern hat – Edward zu einer umfassenden Entschuldigung. Ein heftiger Streit entbrennt: um Recht und Gerechtigkeit, Verantwortung und Sühne und die Frage, wie sehr sich früheres Verhalten an heutigen Maßstäben messen lassen muss.

«Mark Ravenhills kompakte Dialoge zeigen von Anfang an extreme Positionen. Von denen man nie weiß, wie weit sie Pose sind, weil sie sich im quecksilbrigen Schlagabtausch auch wie selbstverständlich ins Gegenteil verkehren … In dieser toxischen Familiendynamik wird der Wertekrieg zweier festgefahrener Lager gnadenlos und böse überzeichnet ausgefochten.» (Theater heute)
«Ein Kammerspiel mit antiker Wucht … Wie eine Furie bricht Anna in Edwards Leben ein und konfrontiert ihn mit seiner Vergangenheit.» (The New York Times)

Der Stock wurde am 12.12.2018 am Royal Court Theatre, London, uraufgeführt (Regie: Vicky Featherstone). 


Frei zur deutschsprachigen Erstaufführung