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»Kriegsschauplatz Wohnungsmarkt« - »Die Lage« von Thomas Melle uraufgeführt

29.09.2020 – Am 18. September wurde Die Lage von Thomas Melle am Staatstheater Stuttgart uraufgeführt (Regie: Tina Lanik).

»Es geht um die Suche nach einer Wohnung, nicht um Krieg. Doch Thomas Melle verknüpft beide Ebenen in seinem neuen Stück Die Lage ausgesprochen klug. Schon der Titel verweist auf den doppelten Sinn seines Dramas. In den Maklergesprächen und Besichtigungsterminen, die das Herzstück bilden, geht es nicht allein um die perfekte Wohnlage im Herzen der Stadt. Hinter Bewerbungsmappen und Schufa-Auskünften verbergen sich Alltagsgeschichten von Paaren, die sich bitter bekriegen.« (Esslinger Zeitung)

»Bei Melle paart sich der genaue soziologische Blick auf das Sujet mit der Fertigkeit, es literarisch auch adäquat umzusetzen. Wie in einem Kaleidoskop ordnet er seine scharf konturierten Momentaufnahmen zu immer neuen Mustern des mal sanften, mal grellen Horrors der Wohnpolitik im Zeichen des Neoliberalismus … so umfassend, so reich an Perspektiven, so aufgeladen mit grimmigem, düsterem, zornigem Humor, dass am Ende kein Zweifel mehr bleibt: Nicht die Menschen suchen Wohnungen, sondern die Wohnungen suchen Menschen – und wenn sie keine passenden finden, werden welche gezüchtet. Das ist die Lage.« (Stuttgarter Zeitung)

»Dass der Selbsterniedrigungszwang für alle Generationen gilt – also für Studenten ebenso wie für Mittvierziger, die sich schon ein bisschen was erarbeitet haben und glauben, nun eine Eigentumswohnung oder gar ein Haus zu verdienen – zeigt Die Lage in einem gewitzten Szene-Durcheinander mit fluiden Rollen und Räumen. Die Dramaturgie setzt dabei auch auf
Slapstick, was sich angesichts mehrerer großartiger Monologe im Text anbietet.« (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

»Die Krise auf dem Immobilienmarkt spitzt sich für einen Menschen mit Durchschnittseinkommen immer mehr zu: Wohnraum ist nicht mehr bezahlbar. Thomas Melle hat in Die Lage dieses Thema, das viele Leute bedrängt, aufgegriffen. Aus seinen Recherchen heraus entwickelt er die spannende Konzeption eines Castings. Viele Situationen wirken in dieser Verdichtung satirisch, sind aber bitter ernst, wenn Wohnungssuchende zum Schnarchtest ins Schlaflabor geschickt werden sollen oder kräftiges Sexstöhnen gefordert wird, um jeweils die Lautstärke zu testen.« (Die deutsche Bühne)

»Thomas Melle hat über die Usancen auf dem Wohnungsmarkt eine vielstimmige Satire geschrieben, teils effektvoll ins Absurde getrieben.« (Südwest Presse)

»Melle trägt in Die Lage verschiedene Facetten eines Systems zusammen, das Wohnen zur schieren Unmöglichkeit macht.« (Schwäbische Zeitung)