Ödipus

(Oedipus)
Deutsch von Deutsch von Monika The
Besetzung variabel

Wer sind wir? Und woher glauben wir das zu wissen? Sind wir unsere Meinungen? Unsere Gefühle? Unsere Taten? Wer mag wen nicht, wenn wir uns selbst nicht mögen? In Oscar van Woensels Ödipus rückt ein Chor den Zuschauern mit vielen Fragen unangenehm nahe, während gleichzeitig Sophokles Tragödie um die menschliche Selbsterkenntnis sich fast kammerspielartig entfaltet. In einer scheinbar kunstlosen Alltagssprache bringt van Woensel uns die Figuren nahe und steuert dabei doch unerbittlich auf die letzte, entscheidende Frage zu: Was bleibt von uns, wenn wir alles verlieren, das uns ausmacht? Familie, Besitz, Gesundheit, Verstand? Gibt es einen Kern unseres Wesens, der dann noch überdauert? Basierend auf Sophokles Tragödien König Ödipus und Ödipus auf Kolonos, spannt der Text den weiten Bogen vom jungen König, der selbstgewiss und ahnungslos nach dem Mörder seines Vorgängers sucht, und dem alten, blinden Mann, der mittellos auf Kolonos seinen Tod erwartet und sich dennoch allen Avancen und Angeboten verweigert. Und findet in der alten Geschichte von Verlust und menschlicher Hybris eine heute geradezu revolutionär anmutende These: Was, wenn der Mensch nicht nur nicht Herr seines Schicksals ist, sondern erst das Schicksal ihn zum Menschen macht? Was, wenn das Lassen wichtiger ist als das Tun? Und können wir nur wirklich leben im Wissen um unseren Tod?

Oscar van Woensel

Oscar van Woensel

Oscar van Woensel geboren 1970 im niederländischen Heemskerk, studierte von 1989 bis 1993 an der Theaterschule in Arnheim. 1993 gründete er zusammen mit Manja Topper und Kuno Bakker die Theatergruppe Dood Paard, bei der er über ein Jahrzehnt Autor, ...

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U: 08.03.2013 Ro Theater / Rotterdamse Schouwbourg (Regie: Alize Zandwijk)

DSE: 27.09.2014 Theater Bremen (Regie: Frank Abt)