Claire

Protokoll einer Abhängigkeit
1D

Weil Claires Mutter mit vier Kindern überfordert ist, gibt sie die Älteste in die Obhut der Großeltern, die eine Metzgerei führen. Von einem der Angestellten erfährt Claire als Fünfjährige zum ersten Mal überhaupt Zuwendung. Seine Scherze, sein geduldiges Zuhören, sein Lächeln bedeuten für sie das Glück. Nach und nach aber muss sie sich dieses Glück immer teurer erkaufen. Was wie ein Spiel beginnt, gerät zum bedrohlichen Geheimnis zwischen den beiden. Immer weiter gerät Claire in Abhängigkeit von dem «Metzger», liebt und fürchtet ihn und schämt sich zugleich für ihre Angst. Als erwachsene Frau, kurz bevor sie den Mann nach Jahren wieder sehen soll, legt sich Claire noch einmal Rechenschaft ab. Sie gleitet zurück in die Kindheit, vollzieht erneut nach, wie sich die Liebe zu dem einzigen Freund in Schrecken und Selbstekel verkehrt hat. Ständig findet sie Entschuldigungen für den Mann, der sie missbrauchte, wirft sich eigene Fehler vor – und weiß doch, dass sie mit ihrer Vergangenheit leben muss, will sie endlich Verantwortung für sich übernehmen.

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U: 01.12.2002 Theater St. Gallen (Regie: Peter Schweiger)