Dumbo

oder Vielleicht einer der letzten schönen Tage des Jahres
1D / 2H

Es soll einer der letzten schönen Tage werden, bevor der Herbst kommt. Zusammen mit anderen Eltern und Klassenkameraden geht es zum Spielplatz – Sonne, Fanta, Lachen. Und ganz oben auf der Rutsche stößt der Sohn einen anderen Jungen von der Brüstung. Stille. Dann wieder Lachen, erleichtert jetzt, und dämonisch steht er da, der Sohn. Während der andere Junge schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht wird. Diagnose: Querschnittslähmung.
Was mit einem harmonischen Ausflug beginnt, endet für die Familie in einem Albtraum. Der Unfall verursacht ein unerträgliches Schweigen, das sich über Jahre im Haus ausbreitet und das Kreisen um diesen einen Moment wird zur lebenslangen Suche nach der Antwort auf die Frage, wie ihr Sohn zu einer so grauenhaften Tat fähig sein konnte. Er wird zu einem unberechenbaren Fremdkörper im Leben der Eltern, unheimlich, gefährlich. Als er sie nach Jahren, längst erwachsen, besuchen kommt, verharren sie unbeweglich, aus Sorge, das ganze mühsam behauptete Gebilde «Familie» könnte endgültig in sich zusammenstürzen.

DUMBO legt die selbstzerstörerischen Mechanismen einer dysfunktionalen Familie offen, deren Versuche, ihr gemeinsames Trauma zu bewältigen, mit jedem Satz und jedem Blick scheitern. Je länger dieser Zustand anhält, desto mehr lösen sich die Menschen hinter ihren klassischen Rollen als Vater-Mutter-Kind auf. Und ein noch tieferes Schweigen nimmt den Raum ein.

«Dorian Brunz liefert mit DUMBO eine hoch originelle Idee, die er sprachlich noch dazu souverän verrätselt und dem Spiel Platz gibt … Stark! » (Rhein-Zeitung)
«Beklemmend.» (SWR)

Dorian Brunz

Dorian Brunz

Dorian Brunz wurde 1993 in Berlin geboren. Er studiert Geschichte und Literatur an der Humboldt-Universität zu Berlin und Szenisches Schreiben an der UDK Berlin. Seine Stücke liefen als Werkstattinszenierungen am Hans-Otto-Theater Potsdam, in der Box ...

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U: 01.06.2019 Theater Koblenz (Regie: Stefan Wipplinger)