BOMB

Variationen über Verweigerung
Deutsch von Matthias Naumann
Besetzung variabel, mind. 9 Darsteller_innen

Eine Gruppe Besucher_innen steht auf der Biennale in Venedig – vielleicht auch in Valencia oder in Chile – und betrachtet die Ikarus-Performance einer jungen Künstlerin, die viele Fragen aufwirft. Aus den Fragen entwickeln die Sprecher*innen drei Erzählstränge, verortet zwischen Schlamm, Blut und Terroranschlägen. Da ist Eatherly, ein Kampfpilot, den das Betreten des Flugzeugs in einen Zustand sexueller Erregung versetzt. Er ist der Gott der Maschine, bis er eine Bombe über einer Schule abwerfen soll. Da ist der kleine Junge, der mit der Kamera seines verstorbenen Vaters Fotos vom Kriegsgeschehen macht. Da ist Naomi, deren Vater Panzerfahrer ist. Bevor er in den Dienst zog, waren sie noch im Dolphinarium; jetzt reißt sie sich immerzu die Haare aus.
Welche Verantwortung hat Kunst im Kontext von Krieg? Wer darf ihr Inhalt, wer ihr Absender und wer ihr_e Rezipient_in sein? Diese Fragen greift die in Israel geborene Autorin in BOMB auf und besticht erneut durch ihre polyphone Erzählweise. Aus der Gruppe der Sprecher_innen heraus wird die Geschichte gemeinsam kreiert, sich gegenseitig korrigiert, die Wortfetzen neu zusammengesetzt. Manchmal sind es nur wenige Sekunden oder Minuten, in denen die Figuren miteinander in Berührung kommen, bevor wir wieder in ihre individuellen Schicksale hineingesogen werden. An ausgewählten Punkten lässt sie die drei Erzählstränge zusammenlaufen. Über eine Sache scheint Einigkeit in der Gruppe zu herrschen: »Etwas ist abgefuckt an diesem Krieg, ja. Und niemand ist sich überhaupt sicher, worum dieser ganze Krieg geht.«
(Ankündigungstext vom Schauspiel Köln)

Maya Arad Yasur

Maya Arad Yasur

Geboren 1976 in Israel, studierte Dramaturgie an der Universität Amsterdam und arbeitete als Produktionsdramaturgin u.a. in den Niederlanden und in Israel. Ihr Stück Diamond Stars (In der Schwebe) gewann 2010 den ersten Preis beim ...

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U: 08.02.2020 Schauspiel Köln (R: Lily Sykes)