Der Mann, der sich Beethoven nannte

2D – 2H – weitere Darsteller:innen

Kurz vor der Uraufführung von Beethovens 10. Symphonie schlägt ein Meteorit in die Philharmonie ein. Während das Orchester benommen aus dem Gebäude ins Freie taumelt, ist der Maestro wütend: Das Konzert sollte ein «Mega-Event» werden, der Bundespräsident war angekündigt, Sponsorengelder sind gefährdet – soll man das Ganze jetzt etwa hier für jedermann im Park veranstalten? In dem sich obendrein ein seltsamer älterer Mann herumtreibt, der noch seltsamere Fragen stellt, zum Beispiel wieso es plötzlich von Beethoven eine 10. Symphonie gibt? Eine Künstliche Intelligenz habe sie vollendet, erklärt dem Fremden die Bratschistin Clara, die vom Maestro gerade gefeuert wurde, weil sie gegen dessen tyrannischen Führungsstil protestiert hat. Ein Streit entbrennt, der auf vielfältige Weise die Bedingungen von Kunst verhandelt. Unterliegt auch sie strengen Hierarchien und Marktgesetzen? Lassen sich Werke von Algorithmen schaffen? Was ist mit der Unberechenbarkeit des Menschen, Gefühlen wie Schmerz oder Wut? Und welche Rolle spielen heute Ideale wie «Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit», die Beethoven einst angetrieben haben? Sind die altmodisch geworden, oder müsste man nicht neu in diese Richtung weiterträumen?
So ernsthaft wie ironisch rechnen Moritz Rinke und Mathias Schönsee mit einer Gesellschaft ab, die seit der Aufklärung technologisch zwar weit fortgeschritten ist, in ihrem Zusammenleben aber nicht wesentlich klüger geworden zu sein scheint.

Moritz Rinke

Moritz Rinke

(*1967 in Worpswede) studierte Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen. Gleichzeitig schrieb er Kolumnen und Reportagen, u. a. für die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Die Zeit und Theater heute. Von 1994 bis 1996 war er ...

alle Stücke von Moritz Rinke

Mathias Schönsee

Mathias Schönsee

Mathias Schönsee ist 1967 in Hamburg geboren, lebt in Berlin, arbeitet als freier Autor, Regisseur und Songwriter. Nach dem Studium der Angewandten Theaterwissenschaft bei Andrzej Wirth in Gießen arbeitete er als Regisseur, Dramaturg und ...

alle Stücke von Mathias Schönsee

Textbuch anfordern

Bitte melden Sie sich an. Wenn Sie noch keine Zugangsberechtigung haben und an einem professionellen Theater arbeiten, können Sie sich hier registrieren.

U: 12.11.2020 Theater Gütersloh in Koproduktion mit der Neuköllner Oper, Berlin (Musik: Cymin Samawatie/Ketan Bhatti/Trickster Orchestra, Regie: Mathias Schönsee)