Rohlinge

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Eben erst ist die Frau aus dem Urlaub zurückgekommen, nun steht sie vor ihrem aufgebrochenen Postkasten. Der darin vermutete Zweitschlüssel zu ihrer Wohnung fehlt. Dafür sitzt nun eine unbekannte Frau rauchend auf ihrem Fensterbrett. Doch anstatt die Fremde wegzuschicken, lässt sie sich auf eine Ko-Existenz in den eigenen Räumen ein und wird Zeugin davon, wie die andere nach und nach alles in der Wohnung verschwinden lässt, was noch an ihr eigenes, früheres Leben erinnerte, als würde die Vergangenheit einfach ausgelöscht werden. Alles erscheint ihr plötzlich wie eine Fassade – hat sie hier jemals wirklich gelebt? Ist all das wirklich der klägliche Überrest eines vollkommen austauschbaren Daseins? Je weiter sie sich in diese Gedanken schraubt, desto größer erscheint ihr die Differenz zwischen ihr selbst und der Außenwelt.

Rohlinge ist die Innenschau einer Frau, die sich nicht mehr erkennt, wie ein Blick in den Spiegel, aus dem eine Version von sich selbst zurückblickt, die nie das eigene Leben betreten hat. Dicht und atmosphärisch erzählt Dorian Brunz vom totalen Rückzug aus der Gesellschaft und dem flirrenden Zustand der Einsamkeit, in dem die Unterscheidung zwischen Realität und Halluzination fließend wird.

Dorian Brunz

Dorian Brunz

Dorian Brunz wurde 1993 in Berlin geboren. Er studiert Geschichte und Literatur an der Humboldt-Universität zu Berlin und Szenisches Schreiben an der UDK Berlin. Seine Stücke liefen als Werkstattinszenierungen am Hans-Otto-Theater Potsdam, in der Box ...

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U: 15.09.2021 Theater Koblenz (Regie: Markus Dietze)