Beute

(Loot)
Deutsch von René Pollesch
1D / 4H

Ein Mensch ist tot. Aber die Trauergemeinde, die sich um den Sarg einer langjährigen Mitarbeiterin von der "Freiwilligen Frauenhilfe" versammelt, zeigt kaum Betroffenheit oder Verzweiflung. Der Witwer ist ein geiler Alter und flirtet noch neben dem Sarg mit einer Krankenschwester. Der Sohn wiederum braucht den Sarg, um die paar zigtausend Pfund Beute aus einem Raub vor einem korrupten Polizisten zu verstecken, und kippt die tote Mama kopfüber in einen Schrank. Ein schwarzes Idyll, grausam ist nicht der Tod, sondern die Burleske, mit der Werte und Normen parodistisch pervertiert werden. Orton seziert brillant und bissig, respekt- und pietätslos, bis nichts als nackte Geldgier, Heuchelei, leere Konventionen und blanke Lust übrig bleiben.

Joe Orton

Joe Orton

Joe Orton (*1933 in Leicester, gestorben 1967 in London) brach mit 15 die Schule ab und besuchte von 1951 bis 1953 die Royal Academy of Dramatic Art, um Schauspieler zu werden. Er arbeitete kurzzeitig am Theater, bevor er mit seinem Lebensgefährten ...

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U: 1.2.1965 Arts Theatre, Cambridge (R: Peter Wood)

DSE: 15.2.1966 Deutsches Schauspielhaus Hamburg (R: Hansgünther Heyme)