Man lebt, weil man geboren ist

1D / 1H

Immer wieder hat Müller in seinen berühmt-berüchtigten Interviews für "Die Zeit" sein Gegenüber aus der Reserve gelockt. Auch das Gespräch mit seiner eigenen Mutter bildet von dieser Regel keine Ausnahme. Bereitwillig gibt sie Auskunft über ihre Biographie, erzählt von Hitlers umjubeltem Einmarsch in Österreich, vom geliebten Vater, der sie misshandelte und als politisch Verfolgter im KZ interniert wurde, und der Nachkriegszeit, in der sie ihren Sohn auf sich allein gestellt aufzog. Weit über das Anekdotische hinaus, legt beider Dialog ein paradigmatisches Familiendrama frei: Abwechselnd in Anklage- und Verteidigungshaltung, ausweichend, weinerlich, aggressiv und versöhnlich landen Mutter und Sohn in einer Debatte um (Über-) Lebenssinn und die Bedeutung des Todes.

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U: 7.5.1997 Thalia Theater Hamburg/Heinrich-Heine-Villa (R: Kristina Faust)