Mein Freund Hitler

(Waga tomo Hittorâ)
Bearbeitet von Michael Farin nach der Übersetzung von Antje Seiler und Olaf Möller
4H

Vor und nach der "Nacht der langen Messer" am 30. Juni 1934, in der auf Befehl Hitlers die Führungsspitze der SA und einige missliebige rechte Politiker ermordet wurden. In Hitlers Regierungssitz geben sich der Industrielle Gustav Krupp, der "Stabschef der SA" Ernst Röhm und Gregor Strasser - einst zweitmächtigster Funktionär der NSDAP, dann gescheitert an seinem Streben nach einer Rechtskoalition - die Klinke in die Hand. Es geht um den Kurs des neu geordneten Staates zwischen faschistischer Revolution, konservativen Kräften, Reichswehr und Großindustrie. Obwohl Hitler im Zentrum des Stückes steht, ist Röhm die eigentliche Hauptfigur, seit frühesten Tagen Wegbegleiter und -bereiter Hitlers und bei aller Kritik nach wie vor im Glauben an eine gesicherte Position. Mein Freund Hitler ist konzipiert als Gegenstück zu Madame de Sade. Sei es dort, so Mishima, um die weiblichen Tugenden, vor allem Treue und Geduld gegangen, thematisiere er hier die männlichen Tugenden, Freundschaft und Vertrauen. Beiden Texten gemeinsam ist das Motiv des Selbstbetrugs, der (Ver)Blendung.

Yukio Mishima

Yukio Mishima

Mishima Yukio (*1925 in Tokio; gestorben 1970 in Tokio) studierte deutsches Recht an der Universität Tokio und arbeitete anschließend als Finanzbeamter. Nach acht Monaten kündigte er, um freier Schriftsteller zu werden. 1949 erschien Geständnis einer ...

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U: 19.1.1969 Kinokuniya Hall, Tokio (R: Matsuura Takeo)

DSE: 7.6.2000 Brandenburger Theater (R: Claude-Oliver Rudolph)