Penelope

(Pénélope)
Deutsch von Heribert Becker
6D / 3H

Am Abend ihres 18. Geburtstags blickt Penelope aus ihrem Schlosszimmerdasein hinaus: "Es ist schön da draußen; ich sehe, dass sie im Schnee irgendein Spiel spielen." Penelopes bitteres Erwachen in der Erwachsenenwelt beginnt und mit ihm eine raffiniert-verwirrende Nachtfahrt durch Geheimnisse, Flüche, verdrängte Wünsche und verbotene Genüsse. Am Morgen ist Penelope, das Mädchen, tot; der Vater hat mit der Axt das Schaukelpferd zerschlagen - das Innbild für erste Lustquellen, kindliche Naivität und spontanes, unzivilisiertes Verhalten. Hart und melancholisch zugleich kontrastiert Carrington die längst abgestorbene Märchenschlösserwelt, Metapher einer geschlossenen, ritualisierten Existenz, mit der Unabhängigkeit einer überbordenden Phantasie, ohne dabei zu werten oder zu erklären, was ohnehin nicht erklärbar ist. Ihrer Imaginationskraft lässt sie freien Lauf und schafft so für ihr Stück einen breiten Assoziationsraum, in dem das Unmögliche als völlig normal erscheint.

Leonora Carrington

Leonora Carrington

Leonora Carrington (*1917 in Clayton Green/Nordengland, gestorben 2011 in Mexiko City) studierte nach Schulbesuchen in Florenz und Paris Malerei auf der Londoner Privatakademie Amedée Ozenfant. 1937 lernte sie Max Ernst kennen und folgte ihm nach ...

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U: 1957 Mexico City (R: Alexandro Jodorowsky)

DSE: 26.1.1989 Theater zum westlichen Stadthirschen, Berlin (R: Dieter Sudars)