Die Schutzbefohlenen

Besetzung variabel

Fast täglich schwemmt das Mittelmeer Flüchtlinge aus Afrika an die Küsten Europas, fast täglich müssen sich die westlichen Grundwerte Humanismus, Demokratie und Menschenrechte an der realen Praxis messen lassen.
Auf der Folie von Aischylos’ Drama Die Schutzflehenden hat Elfriede Jelinek mit Die Schutzbefohlenen «der europäischen Tragödie einen Prosatext gewidmet, und vermutlich gibt es in der Gegenwartsliteratur nichts Vergleichbares. Das Werk ist ein großes ästhetisches Monument, eine himmelschreiende Klage von antikischer Wucht und ­Trauer … In einem uferlosen Wortstrom sprechen die Toten über die Lebenden, die Hungernden mit den Satten, die Fremden mit den Heimischen. Ihre Stimmen fallen sich ins Wort, am Ende versinken alle in einem grauen Meer aus Zynismus und Schuld … Die Tragödie verläuft hier zwischen abstraktem Recht und menschlichem Körper, zwischen den Asylgesetzen und den ‹Unangekündigten› … An dieser Todeslinie, sagt Jelinek dem Zuschauer, zeige sich die Antike in der Moderne, das Unerträgliche unserer Gegenwart.» (Die Zeit)
«Indem Jelinek in ihrem Sprachgewebe immer wieder Vexierbilder des Kapitalismus mit humanistischen Idealen verknüpft, demaskiert sie die Bigotterie eines Europas, das von Integration spricht, aber Ausgrenzung aus ökonomischem Kalkül meint … Ein bestechend scharfes, polyphones Oratorium, … (unter dem) ein Abgrund klafft, aus dem kein göttliches Licht, sondern die schmerzliche Erkenntnis des Versagens dringt.» (Der Freitag)
«Gut, dass eine sich traut – und dem Theater so viel moralischen Einspruch zutraut … Die Schutzbefohlenen sind ein wichtiges, ein wütendes Stück.» (Süddeutsche Zeitung)

Elfriede Jelinek

Elfriede Jelinek

Elfriede Jelinek (*1946, aufgewachsen in Wien) erhielt bereits früh eine umfassende musikalische Ausbildung. 1960 begann sie am Wiener Konservatorium Klavier und Komposition zu studieren, anschließend, nach dem Abitur 1964, Theaterwissenschaft und ...

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U: 23.05.2014 Theater der Welt, Mannheim in Koproduktion mit dem Thalia Theater Hamburg (Regie: Nicolas Stemann)

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