Leopoldstadt

Deutsch von Daniel Kehlmann
Besetzung variabel, ca. 20 Darsteller:innen

Wien 1899. In ihrer großbürgerlichen Ringstraßen-Wohnung feiert die jüdische Familie Merz, zu der längst auch angeheiratete christliche Mitglieder gehören, Weihnachten. Bald bricht ein neues Jahrhundert an, und voller Hoffnung schaut man ihm entgegen. Zwar werden Juden immer noch diskriminiert; trotzdem haben es die Merzens weit gebracht, verkehren mit Gustav Klimt und Arthur Schnitzler, und fast alle finden Theodor Herzls Idee von einem eigenen jüdischen Staat recht abwegig. Über 50 Jahre später, 1955, nach zwei Weltkriegen, einer globalen Wirtschaftskrise und vor allem nach dem Holocaust, den die wenigsten von ihnen überleben, begegnen sich die letzten Merz-Nachkommen in derselben, nun verlassenen Wohnung, wo nichts mehr an die Zuversicht von einst erinnert.

»Leopoldstadt ist ein Gruppenporträt von atemberaubender Dichte … Tom Stoppard richtet seinen Laser-Blick auf eine Vergangenheit, die gerade in einer Zeit, in der Antisemitismus wieder salonfähig wird, hoch aktuell ist.« (The New York Times)
»Ohne auf seine intellektuelle Brillanz zu verzichten, schreibt Stoppard hier direkter und ungeschützter als je zuvor … Ein Stück über geforderte und versuchte Assimilation und ihren grausam hohen Preis, das einen mitten ins Herz trifft.« (Daily Telegraph)
»Leopoldstadt ist intim und episch, zutiefst persönlich und allgemeingültig … Wenn nach den großen Ensembleszenen die Bühne am Ende beinahe leer ist, wird unmittelbar erfahrbar, wie viele Menschenleben brutal ausgelöscht wurden.« (Financial Times)
»Ein Meisterwerk.« (The Independent)

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U: 12.02.2020 Wyndham's Theatre, London / West End (Regie: Patrick Marber)


DSE: Winter 2021/22 Theater in der Josefstadt, Wien (Regie: Janusz Kica)