Das Institut

4D / 2H

In einer Forschungsgruppe, die aufwändig den Meeresboden der Tiefsee analysiert, um daraus Schlüsse für das globale Klimageschehen abzuleiten, verschwinden wichtige Unterlagen und Daten. Eigentlich bilden die angesehene Leiterin, die ehrgeizige Postdoktorandin, die unerfahrene Studentin, der nerdige Techniker und ein emeritierter Professor trotz aller Unterschiede ja ein Team, das am selben Strang zieht – doch plötzlich verdächtigt jede jeden der heimlichen Konkurrenz und Manipulation. Dass aktuell eine Journalistin ein Buch über die gemeinsame Arbeit schreibt und es zusätzlich private Spannungen gibt, verschärft die Situation. Betreibt hier jemand Ideendiebstahl? Will er oder sie Ergebnisse vorschnell allein publizieren und das eigene Renommee aufbessern? Handelt es sich um Sabotage? Oder sehen alle einfach nur Gespenster?

In Gestalt eines klassischen "Whodunnit“, der seine Fährten immer wieder neu verwischt, beleuchtet Ulrike Syha die Bedingungen heutiger Wissenschaft. Sie zeigt ihre Faszination und Dämonisierung, den Erwartungsdruck, unter dem sie steht, ihre erzwungene Ökonomisierung und Kapitalisierung bis hin zur Frage ihrer "Systemrelevanz", die unvermeidliche Vorläufigkeit ihrer Ergebnisse, aber genauso den Idealismus und die reine Lust an der Entdeckung. Zugleich wird dabei klar, dass zwischenmenschliche Beziehungen weitaus weniger komplex sind als das Leben auf dem Grund des Ozeans.

Ulrike Syha

Ulrike Syha

Ulrike Syha, geboren 1976 in Wiesbaden, begann ihre Theaterarbeit 1995/1996 am Staatstheater Darmstadt, zuerst im Bereich Dramaturgie, dann als Regieassistentin.
Ab Winter 1996 studierte sie Dramaturgie an der Hochschule für Musik und Theater ...

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U: 21.11.2020 Oldenburgisches Staatstheater (Regie: Eike Hannemann)