Die Reise nach Kallisto

3D / 3H

Zu Beginn des 22. Jahrhunderts wird eine russische Crew aus Kernphysikerinnen und Astrobiologen, Ingenieurinnen und Piloten auf ihrer Expedition zum Jupitermond Kallisto mitten im Weltall auf sich selbst zurückgeworfen. In den Gängen und Kabinen, dem Labor und der Küche des Raumschiffs Zimodorok I kreisen die Gespräche um Alltagsdinge wie die perfekte Nudelsuppe, Querelen mit dem Finanzamt oder welchen Film man abends gemeinsam schaut. Doch zugleich geht es stets um die großen existenziellen Fragen, um Sehnsüchte und Ängste, um Liebe und Tod. Über Tage, Monate, Jahre in einem Kosmos treibend, der zur Unordnung strebt, durchleben Michel Decars Figuren ihr eigenes Gefühlschaos und sehen sich konfrontiert mit der so befreienden wie unerträglichen Sinnlosigkeit des Seins, während man von irgendwoher immer wieder ein leises Knirschen hört.

In einer kaleidoskopischen Folge von 66 Momentaufnahmen beamt Michel Decar das bürgerliche Drama um 1900 zweihundert Jahre in die Zukunft, um punktgenau in unserer Jetztzeit zu landen. Gerade durch die Distanz und die Reibung grundverschiedener Genres zeigt er den Menschen liebevoll und mit subversivem Humor in seiner ganzen Lächerlichkeit und Tragik – so fundamental sich die äußeren Bedingungen auch verändert haben.

Michel Decar

Michel Decar

Michel Decar, 1987 in Augsburg geboren, studierte Germanistik und Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München, wo er auch auf der Studiobühne seine ersten Stücke selbst inszenierte, und anschließend Szenisches Schreiben an der ...

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U: 04.12.2020 Schauspiel Frankfurt (Regie: Robert Gerloff)