Keinland

(135 Bilder einer Ausstellung)
2D – 4H, Doppelbesetzung möglich

Jesolo und Adrian sind die letzten Menschen auf Thilafushi, der künstlich geschaffenen Entsorgungsinsel der Malediven. Früher waren sie viele, die hier sortierten, was die Feriengäste der Nachbarinseln hinterlassen haben. Dann wurde der Müll immer mehr und mehr und verdrängte die Arbeiter. Nun bleiben die Touristen aus, während der Meeresspiegel steigt. Bald schon wird das Wasser die letzten Inseln verschlungen haben und nur noch die höchsten Erhebungen, die Berge aus Abfall, werden daraus hervorragen. Zwar erobert sich die Natur unaufhörlich das von den Menschen Geschaffene zurück, doch durch die Unmengen von Plastik hat sich die Menschheit längst unsterblich gemacht. Wenn alles untergegangen sein wird, wird es der Plastikmüll sein, der diesen Wandel überdauert.

Zeitsprung: Eine Erlebnis-Ausstellung in nicht allzu ferner Zukunft widmet sich der Erinnerung an die Malediven. Mit viel Aufwand wird hier präsentiert, wie einst der Massentourismus entstand, wie eine paradiesische Lagune zur größten Müllkippe der Region wurde, wie das Klima sich veränderte und schließlich das Meer die gesamte Inselgruppe verschluckte. Original-Artefakte zeugen von der Zeit damals: eine Einwegtrinkflasche von 2020, Chipstüten, Rollkoffer, ein löchriges Gummiboot …

Mit Keinland entwirft Magdalena Schrefel eine Welt, in der die Folgen des Klimawandels und der Umweltverschmutzung, die heute beschworen werden, bereits Realität geworden sind. Es ist ein letzter Blick auf das, was vom 21.Jahrhundert übrig bleibt – wenn die Zerstörung von Lebensräumen so ungebremst weitergeht wie bisher.

Magdalena Schrefel

Magdalena Schrefel

Magdalena Schrefel studierte nach längeren Arbeitsaufenthalten in Vukovar und Göteborg an der Universität Wien Europäische Ethnologie sowie Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Ihr Stück die Bergung der Landschaft wurde 201 ...

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